Bestandteile
Welche Veränderungen treiben eine Eskalation an?

Während die Eskalationsspirale erklärt, wie sich Reaktionen wechselseitig verstärken, zeigen die folgenden Dimensionen, woran eine fortschreitende Eskalation im Arbeitsalltag beobachtbar wird. Sie treten selten alle gleichzeitig auf; je mehr davon zusammenkommen, desto geringer ist die verbliebene Steuerbarkeit.
Wahrnehmung wird selektiver
Kooperative Handlungen werden übersehen oder als taktisch bewertet, kritisches Verhalten erhält besonders viel Aufmerksamkeit. So entstehen zunehmend unterschiedliche Beschreibungen derselben Situation – wie die Foundation Page
Wie Konflikte im Gehirn entstehen zeigt.
Absichten werden negativ interpretiert
Nicht nur das Verhalten, sondern auch die vermutete Absicht verändert die Konfliktdynamik. Eine verspätete Information gilt nicht mehr als Fehler, sondern als bewusster Ausschluss. Je sicherer sich die Beteiligten ihrer Zuschreibungen sind, desto weniger fragen sie nach alternativen Erklärungen.
Sach- und Beziehungsebene vermischen sich
Eine inhaltliche Differenz kann zu einem Beziehungskonflikt werden, wenn Beteiligte Widerspruch als Abwertung oder Illoyalität erleben. Vor allem Beziehungskonflikte hängen häufig mit schlechteren Ergebnissen zusammen, während der Zusammenhang bei Sachkonflikten stark von den Bedingungen abhängt (De Wit, Greer & Jehn, 2012).
Kommunikation verliert ihre Klärungsfunktion
Kommunikation dient zunehmend weniger dem Austausch von Informationen, sondern soll die eigene Position absichern, Beweise sammeln oder Druck ausüben. Direkte Gespräche nehmen ab, Kommunikation über Dritte nimmt zu.
Vertrauen wird durch Kontrolle ersetzt
Wenn Beteiligte nicht mehr davon ausgehen, dass die andere Seite verlässlich oder fair handelt, steigt der Wunsch nach Absicherung. Zusätzliche Freigaben und Dokumentation können sachlich notwendig werden, senden aber zugleich ein Misstrauenssignal – wie
Vertrauen entsteht und verloren geht, vertieft die entsprechende Foundation Page.
Der Konflikt gewinnt weitere Beteiligte
Konfliktparteien suchen Unterstützung oder Zeugen. Dadurch kann aus einer Differenz zwischen zwei Personen ein Team- oder Bereichskonflikt werden, etwa bei
Konflikten zwischen Bereichen, und Neutralität wird zunehmend als fehlende Loyalität bewertet.
Frühere Ereignisse werden einbezogen
Der Konfliktgegenstand erweitert sich: Vergangene Enttäuschungen, alte Vereinbarungen und frühere Fehler werden erneut aufgegriffen. Die Menge der Vorwürfe wächst, während die Chance sinkt, einzelne Themen nacheinander zu bearbeiten.
Strukturen stabilisieren den Konflikt
Unklare Zuständigkeiten, konkurrierende Ziele, knappe Ressourcen und widersprüchliche Anreizsysteme können dafür sorgen, dass dieselben Konflikte immer wieder ausgelöst werden. Wird nur die persönliche Kommunikation bearbeitet, bleibt die strukturelle Spannung bestehen.