Bestandteile
Welche Erwartungen wirken in der Zusammenarbeit?

In der Zusammenarbeit wirken Erwartungen selten einzeln. Die folgenden sieben Bereiche zeigen, an welchen Stellen unterschiedliche Vorstellungen besonders häufig aufeinandertreffen.
Erwartungen an Aufgaben und Ergebnisse
Diese Erwartungen betreffen Qualität, Umfang, Prioritäten, Termine und die Art der Aufgabenerfüllung. Konflikte entstehen beispielsweise, wenn eine Führungskraft einen eigenständig entwickelten Lösungsvorschlag erwartet, während der Mitarbeiter von einem gemeinsamen Abstimmungsprozess ausgeht.
Erwartungen an Rollen und Verantwortung
Menschen entwickeln Vorstellungen darüber, wer entscheidet, informiert, unterstützt oder für ein Ergebnis verantwortlich ist. Bleiben diese Vorstellungen unklar, kann dasselbe Verhalten unterschiedlich bewertet werden. Eigenständiges Handeln erscheint einer Person als Verantwortungsübernahme und einer anderen als Überschreitung von Zuständigkeiten.
Erwartungen an Kommunikation
Dazu gehören Vorstellungen über Erreichbarkeit, Reaktionsgeschwindigkeit, Informationsumfang, Offenheit und den angemessenen Kommunikationsweg. Eine kurze Nachricht kann als effizient gelten oder als respektlos erlebt werden. Ein direkter Hinweis kann als hilfreiche Klarheit oder als persönlicher Angriff verstanden werden.
Erwartungen an Beziehungen
Menschen erwarten beispielsweise Loyalität, Verlässlichkeit, Unterstützung, Anerkennung oder Vertraulichkeit. Diese Erwartungen werden selten vollständig ausgesprochen. Ihre Verletzung wird dennoch häufig besonders persönlich erlebt, weil sie die Qualität der Beziehung zu betreffen scheint. Wie Erwartungen und
Vertrauen zusammenwirken, vertieft die entsprechende Foundation Page.
Erwartungen an Fairness und Gegenseitigkeit
Zusammenarbeit enthält Erwartungen darüber, wie Aufwand, Einfluss, Anerkennung und Belastung verteilt werden. Wer wiederholt zusätzliche Aufgaben übernimmt, erwartet Unterstützung oder spätere Entlastung. Bleibt sie aus, wird die Situation schnell als unfair bewertet, auch wenn keine ausdrückliche Vereinbarung bestand.
Erwartungen an Führung und Mitarbeit
Führungskräfte und Mitarbeitende verbinden ihre Rollen oft mit unterschiedlichen, teilweise widersprüchlichen Vorstellungen. Eine Führungskraft erwartet Eigeninitiative, möchte aber über wichtige Entscheidungen frühzeitig informiert werden. Ein Mitarbeiter soll selbstständig arbeiten, erlebt häufige Rückfragen jedoch als Kontrolle. Ohne Klärung bleibt offen, wo Eigenständigkeit endet und Abstimmung beginnt.
Erwartungen an sich selbst
Nicht nur Erwartungen an andere beeinflussen das Verhalten. Menschen entwickeln auch Maßstäbe für die eigene Leistung, Belastbarkeit oder Rolle. Wer erwartet, jederzeit souverän handeln zu müssen, spricht Unsicherheit zu spät an. Wer glaubt, Konflikte allein lösen zu müssen, holt sich erst Unterstützung, wenn die Situation bereits eskaliert ist. Ob Unsicherheit, Zweifel oder Kritik überhaupt angesprochen werden, hängt auch davon ab, ob negative Folgen befürchtet werden. Wie
psychologische Sicherheit das offene Ansprechen solcher Unsicherheiten beeinflusst und wie sich unterschiedliche Erwartungen konkret in
Führungsbeziehungen zeigen, vertiefen die entsprechenden Seiten.